Statements

Sonntag, 2. März 2008

Wo liegt eigentlich Brize Norton?

Wie haben wir doch alle über den geistigen Offenbarungseid der Miss South Carolina 2007 gelacht, die ernsthaft behauptete, der Mangel an Landkarten sei verantwortlich für die Probleme dieser Welt. Doch scheinbar könnte auch deutschen Journalisten ein gelegentlicher Blick in eben diese nicht schaden.

Als Prince Harry gestern aus Afghanistan zurückkehrte war überall zu hören bzw. zu lesen, er sei in London gelandet. Auch die alternativ gerne verwendeten Formulierungen "in Brize Norton bei London" oder "westlich von London" suggerieren eine räumliche Nähe. Just for Info: Die Luftwaffenbasis Brize Norton liegt gut 100 Kilometer von London entfernt und ist damit weder in noch bei London sondern ein ganzes Stück weit weg. In Deutschland käme doch auch niemand auf die Idee zu behaupten, Bremen läge bei (oder gar in) Hannover. Liebe Journalisten, bitte zukünftig etwas häufiger mal einen Blick in die Landkarten werfen! Zur Ehrenrettung der deutschen Medien soll noch darauf hingewiesen werden, dass zumindest die Mitarbeiter von N24 scheinbar bereits über Landkarten verfügen, denn die haben die Lage von Brize Norton korrekt angegeben.

Montag, 25. Februar 2008

Ein Statement zum Ökoterrorismus

Heute Nachmittag kletterten sogenannte "Greenpeace Aktivisten" am Flughafen Heathrow auf einen Airbus A320 der British Airways und entrollten ein Plakat, nachdem sie die Sicherheitsvorkehrungen durchbrochen hatten. Erst kürzlich versuchte ein Greenpeace-Schiff (vergeblich) in die Marinebasis Faslane einzudringen und auf ein Atom-U-Boot zuzusteuern. In beiden Fällen konnten es sich die selbsternannten Umweltschützer hinterher so gar nicht erklären, warum sie deswegen eigentlich verhaftet wurden. All zu gerne sprechen sie von "staatlicher Willkür" und beschuldigen die Regierung, die freie Meinungsäußerung zu unterdrücken. In Frankreich kettete sich ein Aktivist an den Schienen fest und hinterher waren alle ganz entsetzt, weil der Castorzug nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte. In der Antarktis rammten die Aktivisten von Sea Shepherd Walfangschiffe und beschwerten sich dann, dass ihr Boot dabei beschädigt wurde. Sie fälschen Daten und verbreiten unwahre "Fakten", bezichtigen aber gleichzeitig die böse Atomlobby der Lüge. Hallo???

Bei so etwas stellt man sich wirklich die Frage, warum solche Leute eigentlich überhaupt noch frei rumlaufen dürfen. Hierzulande werden Leute aus geringeren Gründen in die Psychatrie eingewiesen. Das was diese Aktivisten immer wieder veranstalten hat mit Umweltschutz nicht mehr das geringste zu tun, es ist schlicht und einfach kriminell. Gegen diese Leute wirkt Al-Qaida fast schon sympathisch. Wer ihnen öffentlich widerspricht muss inzwischen damit rechnen, dass sein Auto in Flammen aufgeht. Das ist scheinbar Bestandteil des "friedlichen Protests". Diesen Gruppen ist es scheinbar scheißegal, wie viele Menschen bei ihren fragwürdigen Aktionen zu Schaden kommen, Hauptsache sie haben ihre Schlagzeilen. Was muss eigentlich noch passieren, bis jemand etwas dagegen unternimmt? Diese Leute sind keine Umweltschützer, es sind Terroristen!

Montag, 11. Februar 2008

Die Krise von ISAF und NATO

In den vergangenen Tagen überschlugen sich die deutschen Medien förmlich mit ihrer Berichterstattung über den Militäreinsatz in Afghanistan. Aber wie immer, wenn deutsche Medien über militärische Themen berichten, dominieren gefährliches Halbwissen und lückenhafte Informationen. Daher hier einmal ein kurzer Überblick, worum es eigentlich geht.

ISAF und OEF

Derzeit gibt es in Afghanistan zwei Operationen: die International Security Assistance Force (ISAF) und die Operation Enduring Freedom (OEF). Die ISAF verfügt über etwa 40.000 Soldaten, die OEF über etwa 20.000. Während die ISAF den Wiederaufbau und die Sicherung des Landes gewährleisten soll, ist die Hauptaufgabe der OEF der Kampf gegen Taliban und Terroristen, wobei diese Trennung in vielen Fällen eher theoretischer Natur ist. Im Folgenden wird daher auch die Zahl der Soldaten jeweils für beide Operationen gemeinsam angegeben.

Die beteiligten Staaten

Insgesamt beteiligen sich nur vier Nationen effektiv am Kampf gegen die Taliban und ihre Anhänger. Dies sind die USA, Großbritannien, Kanada und die Niederlande. Die USA (27.000 Soldaten) und Großbritannien (10.000 Soldaten) stellen den Großteil der insgesamt in Afghanistan eingesetzten Truppen. Besonders hervorzuheben ist jedoch auch der Einsatz Kanadas (2.500 Soldaten) und der Niederlande (1.700 Soldaten), die sich im Verhältnis zu den Kapazitäten ihrer Streitkräfte überproportional stark engagieren. Einige weitere Nationen wie Dänemark beteiligen sich gelegentlich an den Einsätzen der vier oben genannten Nationen, wenn auch in deutlich geringerem Maße.

Als Sorgenkinder der Allianz gelten Deutschland, Spanien, Italien und, mit Einschränkungen, Frankreich. Ihre Kontingente gehören mit 1.500 bis 3.200 Soldaten zu den größeren der ISAF, sind jedoch vorwiegend im traditionell ruhigeren Norden und Westen des Landes stationiert. Diese Staaten würden theoretisch über zusätzliche Kapazitäten verfügen, um sich auch aktiv am Kampf gegen die Taliban zu beteiligen, tun es jedoch nicht, sei es aufgrund ihrer parlamentarischen Mandate oder dem Unwillen der jeweiligen Regierungen.

Allgemeine Kritik

Der Hauptkritikpunkt bezüglich Deutschland, Spanien und Co. ist daher, dass sie sich weigern, die kämpfenden Truppen im Süden Afghanistans zu unterstützen und stattdessen in ihren ruhigeren Regionen bleiben. Diese Kritik bezieht sich allerdings, und dies wird gerne übersehen, nicht ausschließlich auf den Einsatz in Afghanistan, denn beispielsweise hatte es auch im Kosovo eine ähnliche Rollenverteilung gegeben. Besonders die stärker engagierten Nationen fragen sich, inwieweit man sich auf die Partnernationen auch bei zukünftigen Einsätzen verlassen kann. Sie vertreten die Position, dass in einer Allianz jeder bereit sein muss, alle Aufgaben zu übernehmen, soweit es ihm möglich ist. Hierbei bereiten auch die Einschränkungen durch Parlamentsmandate Sorgen, da diese bei zukünftigen Einsätzen die Planung und Koordination deutlich erschweren. Insbesondere die USA und Großbritannien, die in den vergangenen Jahrzehnten stets die Hauptlast derartiger Einsätze trugen, fordern mehr Flexibilität von ihren Verbündeten.

Spezielle Kritik an Deutschland

Bezüglich Deutschland spielen vier weitere Aspekte eine große Rolle. Seit Beginn der OEF und ISAF beansprucht Deutschland auf militärischer wie politischer Ebene stets eine Führungsposition. Dieser Anspruch steht jedoch, aus Sicht vieler Verbündeter, nicht im Verhältnis zu dem Beitrag den die Bundesrepublik leistet. Andere Nationen, beispielsweise Frankreich, deren Beitrag zu OEF und ISAF sich in Grenzen hält, halten sich mit derartigen Ansprüchen stärker zurück und stehen entsprechend weniger in der Kritik. Allgemein gilt, drastisch formuliert: wer führen will, muss auch bereit sein Opfer zu bringen.

Ein weiter Punkt ist die Transformation der Bundeswehr von der reinen Verteidigungsarmee des Kalten Krieges zur flexiblen Eingreiftruppe. Die Konzentration auf die Landesverteidigung war in Deutschland bis in die 1990er Jahre wesentlich stärker ausgesprägt als bei den meisten Partnerländern. Bei Einsätzen im Kosovo und auch noch zu Beginn der Operationen in Afghanistan gab es auf Seiten der Verbündeten viel Verständnis dafür, dass die deutschen Streitkräfte sich in ihrer neuen Rolle erst zurecht finden müssen und deswegen erst einmal die nicht ganz so risikoreichen Einsätze absolvierten. Doch die Zeit schreitet fort und so langsam erwartet man auch von der Bundeswehr, dass sie auf die Konflikte des 21. Jahrhunderts vorbereitet ist.

Des weiteren besteht international immer weniger Verständnis dafür, dass Deutschland sich gerne auf seine Vergangenheit beruft, denn schließlich waren die Deutschen nicht die einzigen, die an den Weltkriegen teilnahmen. Deutschland möchte heute seinen Platz unter den führenden Nationen der Welt einnehmen und nicht immer mit seiner Vergangenheit konfrontiert werden. Entsprechend besteht im Ausland dann aber auch wenig Verständnis dafür, wenn genau diese Aspekte als Begründung gegen deutsche Einsätze vorgeschoben werden.

Der vierte und letzte Aspekt ist die Rhetorik deutscher Politiker. In den vergangenen Jahren lobten deutsche Spitzenpolitiker immer wieder den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, was nicht weiter verwerflich ist, jedoch war dieses Lob häufig ein wenig übertrieben und gepaart mit unsachlicher Kritik an den Verbündeten. Die Kampfeinsätze im Süden wurden als kontraproduktiv bezeichnet, die "Friedenseinsätze" im Norden als einzig richtige Lösung. So einfach ist die Geschichte aber nun einmal nicht und diese Äußerungen verstimmen logischerweise auch die Verbündeten (Zu diesem Thema zu empfehlen ist der Blog von Ulrich Speck, speziell der Artikel Jungs Eigentor).

Fazit

Bei der ganzen Debatte, die schon seit Jahren immer mal wieder aufflammt, geht es im Kern um die Frage, ob die NATO ein Club von Individualisten ist oder doch lieber als Team spielen will. Muss jeder, soweit im Rahmen seiner Kapazitäten möglich, die gleichen Aufgaben übernehmen, oder können sich einzelne die Rosinen rauspicken? Wie verlässlich sind Partner wie Deutschland, wenn es hart auf hart kommt? Wozu gibt es die NATO Response Force, wenn sie im Zweifel aufgrund von Mandatsbeschränkungen einzelner Nationen gar nicht eingesetzt werden kann?

Auch wenn es aktuell vordergründig um Afghanistan geht, so dreht sich die Debatte doch letztendlich um die zukünftige Struktur der NATO. Nationen wie Deutschland stellen gerne Kriegsschiffe vor der Küste Libanons bereit, solange die wirklich heiklen Krisen wie in Sierra Leone von anderen übernommen werden. Kann diese Aufteilung langfristig funktionieren? Muss Deutschland seinen Sonderstatus langsam doch aufgeben? Derzeit gibt es noch mehr Fragen als Antworten, daher ist auch nicht davon auszugehen, dass die Diskussionen so schnell abebben werden, zumindest nicht hinter den Kulissen.

Freitag, 9. November 2007

Good News are No News!

In der Times erschien kürzlich ein interessanter Artikel über die Bedeutung objektiver Berichterstattung in der heutigen Medienlandschaft am Beispiel des Irak:

The Times - Serious success in Iraq is not being recognised as it should be

Dienstag, 11. September 2007

United We Stand - Then and Now!

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