Commonwealth

Dienstag, 6. Mai 2008

Colin Murdoch dies

Am Sonntag starb der neuseeländische Apotheker und Erfinder Colin Murdoch im Alter von 79 Jahren. Außerhalb Neuseelands blieb sein Tod nahezu unbemerkt, obwohl Millionen von Menschen in aller Welt ihm ihr Leben verdanken.

1956 löste er mit der Erfindung der Einwegspritze das große Problem der Sterilisation medizinischer Spritzen. Zuvor starben jährlich tausende von Menschen durch wiederverwendbare, verunreinigte Spritzen. Einige Jahre später entwickelte er den weltweit ersten Flaschenverschluss mit Kindersicherung und die ersten Alarmanlagen und Feuermelder, die beim Auslösen automatisch Feuerwehr und Polizei alarmieren. Insgesamt ließ er 46 Erfindungen patentieren, die im Laufe der Jahre Millionen Menschenleben gerettet haben.

Für seine Verdienste um die Menschheit wurde er 2002 von Königin Elizabeth II. in den New Zealand Order of Merit aufgenommen, doch dem Rest der Welt blieb dieser große Erfinder Zeit seines Lebens weitgehend unbekannt.

Samstag, 19. April 2008

Mugabes Paralleluniversum

Anlässlich des 28. Jahrestages der Unabhängigkeit Simbabwes meldete sich Diktator Robert Mugabe mal wieder zu Wort. In seiner Rede machte er die politische Opposition und Großbritannien für die katastrophalen Zustände im Land verwantwortlich - wen auch sonst.

"We must maintain utmost vigilance in the face of vicious British machinations and the machinations of our other detractors, who are allies of Britain. [...] We, not the British, established democracy based on one person, one vote - democracy which rejected racial or gender discrimination and upheld human rights and religious freedom."

Jap, und der Osterhase hat die Atombombe erfunden.

Freitag, 28. Dezember 2007

Pakistan's Neverending Story

Auch im 60. Jahr nach der Unabhängigkeit von Großbritannien kommt Pakistan nicht zur Ruhe. Der nicht wirklich unerwartete Mord an der ehemaligen Premierministerin Benazir Bhutto entfernt das Land wieder ein Stück weiter von der Stabilität, die es seit 1947 verzweifelt sucht. Vom ersten Kaschmirkrieg 1949, über die Teilung Pakistans 1971 bis hin zur Misswirtschaft von Premierminister Nawaz Sharif Ende der 90er waren die Erfolge des Landes spärlich gesät.

Nach der Machtübernahme des Militärs unter General Pervez Musharraf 1999 schien es jedoch aufwärts zu gehen. Das Land erlebte erstmals einen kontinuierlichen Rückgang der Armut und wirtschaftlichen Aufschwung. Obwohl vom Westen natürlich scharf verurteilt, schien der Militärputsch das Beste zu sein, was Pakistan passieren konnte. Immerhin einige Politiker in Europa, wenn auch weniger in Deutschland, begriffen damals, dass die westliche Vorstellung von Demokratie eben nicht immer und überall die beste Lösung ist.

Doch mit dem Wiedererstarken fundamentaler Kräfte seit 2002 setzte erneut eine Spaltung der Bevölkerung ein, die seitdem immer wieder in blutigen Anschlägen gipfelt. Laut einer Umfrage des pakistanischen Fernsehsenders ARY aus dem Jahr 2006 sind inzwischen über 60 Prozent der Pakistanis der Meinung, dass die Gesamtsituation vor der Unabhängigkeit 1947 besser war. Durch die jüngsten Ereignisse ist der Traum von einer goldenen Zukunft einmal mehr in weite Ferne gerückt.

Montag, 10. Dezember 2007

Republic of Australia?

Genauso wie beispielsweise Kanada und Neuseeland ist auch Australien nach seiner Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich ein Commonwealth Realm geblieben und erkennt damit den britischen Monarchen als Staatsoberhaupt an. Australiens neuer Premierminister Kevin Rudd hat sich in der Vergangenheit jedoch mehrfach für eine Umwandlung Australiens in eine Republik ausgesprochen und hält ein Referendum für denkbar. BBC Korrespondent Nick Bryant stellt daher nun in seinem Blog die Frage, ob die Tage Australiens als Monarchie tatsächlich gezählt sein könnten.

Freitag, 30. November 2007

Australiens gesetzestreue Politiker

Zur Abwechslung mal wieder etwas Kurioses aus Down Under, denn das Commonwealth Realm hat scheinbar die wahre Natur seiner Politiker erkannt. Nach der Niederlage der 11 Jahre regierenden Conservatives unter Premierminister John Howard hat nun das große Stühlerücken begonnen und etwa 500 Politiker und Mitarbeiter müssen in diesen Tagen ihre Büros im Parlament in Canberra räumen.

Dies bereitet der Parlamentsverwaltung scheinbar große Sorgen, denn unmittelbar nach der Wahl lies sie aus den Büros der Abgeordneten und ihrer Mitarbeiter sämtliche Gegenstände entfernen, die nicht den jeweiligen Personen gehören sondern dem Staat. Die offizielle Begründung lautet, man wolle verhindern, dass jemand "aus Versehen etwas mitnimmt, das ihm nicht gehört". Jaja, Vincenzo Peruggia hat die Mona Lisa damals auch nur "aus Versehen" aus dem Louvre mitgenommen ...

BBC News - Australia art hidden from ex-MPs

Montag, 26. November 2007

Queen Visits Uganda

Zum ersten Mal seit 1954 besuchte Queen Elizabeth II. in der vergangenen Woche das ehemals britische Uganda. Anlass war die Vollversammlung aller 53 Mitgliedsstaaten des Commonwealth of Nations, die alle zwei Jahre in einem anderen Mitgliedsland stattfindet. Als Oberhaupt des Commonwealth oblag der Königin die Eröffnung des Treffens. Sie nutzte das Commontwealth Meeting auch für einen offiziellen Staatsbesuch im Gastland Uganda, mit einem vielfältigen Besuchsprogramm. Dieses enthielt neben einer Rede vor dem Parlament auch den Besuch von Schulen und Krankenhäusern.

Ein von Beobachtern als "historisch" eingestuftes Ereignis war die erstmalige Anwesenheit des Prince of Wales bei einem Commonwealth Meeting. Es war gleichzeitig das erste Mal seit 33 Jahren, dass er die Königin bei einem Staatsbesuch begleitete. Überschattet wurde das Commonwealth Meeting von den gewaltätigen Ausschreitung in Pakistan und der dortigen Staatskrise. Als erste Organisation überhaupt reagierte das Commonwealth auf diese Situation und suspendierte Pakistans Mitgliedschaft mit sofortiger Wirkung. Weitere Themen des Gipfels waren der Klimaschutz, die Probleme des Welthandels für die Staaten der dritten Welt und die dramatischen Entwicklungen in Simbabwe, das 2003 aus dem Commonwealth ausgeschlossen wurde.

Der nächste Gipfel des Commonwealth of Nations wird 2009 in Trinidad und Tobago stattfinden. Die Reden der Queen:

Dienstag, 20. November 2007

Ian Smith Dies

Heute abend starb einer der schlimmsten Rassisten und Egomanen des 20. Jahrhunderts, Ian Smith. Der selbsternannte Führer der rhodesischen Unabhängigkeitsbewegung führte die britische Kolonie nach einem langen, von ihm angezettelten, blutigen Bürgerkrieg 1980 unter dem Namen Simbabwe in die Unabhängigkeit. Mit seiner Politik schuf Smith die bis heute bestehenden diktatorischen Strukturen des Landes und ebnete gleichzeitig seinem Hauptkonkurrenten Robert Mugabe den Weg an die Macht. Gehörte Rhodesien unter britischer Herrschaft zu den reichsten Ländern der Erde, so ist es heute eines der ärmsten. Im Gegensatz zu seinem südafrikanischen Nachbarn Frederik Willem de Klerk, der zeigte wie man ein Land erfolgreich auf eigene Füße stellt, modernisiert und mit der Apartheid aufräumt, gehörte Smith Vorgehen zu den traurigsten und erfolglosesten Episoden der Entkolonialisierung Afrikas. Unter den Konsequenzen seines Handeln haben noch heute tagtäglich Millionen von Menschen in Simbabwe zu leiden, weswegen ihn nur wenige vermissen werden.

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