British Legends

Samstag, 26. April 2008

The Red Arrows

Sie sind die berühmteste Kunstflugstaffel der Welt und der Stolz der Royal Air Force - die Red Arrows. 1964 gegründet haben sie seitdem tausende von Flugvorführungen in aller Welt absolviert. Ihr Flugmanöver gelten als die anspruchsvollsten aller Kunstflugstaffeln. Legendär sind, neben den eigentlichen Displays, vor allem die Flypasts der Red Arrows mit der Concorde. Bis heute halten sie etliche Rekorde, so waren sie 1996 in Sydney das erste Kunstflugteam der Welt, das vor mehr als einer Million Zuschauern auftrat. 2004 waren sie die erste ausländische Kunstflugstaffel, die den Überflug über die Champs-Élysées anlässlich des französischen Nationalfeiertages anführen durfte und der Patrouille de France die Schau stahl.

Bis 1988 waren die Red Arrows auch 170 Mal das Highlight deutscher Airshows, doch nach der Katastrophe von Ramstein, bei der 70 Menschen infolge der Kollision von drei italienischen Flugzeugen ums Leben kamen, wurden derartige Vorführungen in Deutschland zuerst verboten und später nur in sehr eingeschränktem Maße genehmigt. Um den unsinnigen deutschen Anforderungen zu genügen, müssten eine Reihe von Manövern, darunter sämtliche Begegnungsmanöver, aus dem Display gestrichen werden, obwohl in der bislang 44-jährigen Geschichte der Red Arrows nie auch nur ein einziger Zuschauer zu Schaden kam. Ähnlich wie viele andere militärische Kunstflugstaffeln, sind auch die Reds hierzu logischerweise nicht bereit, so dass ein erneuter Auftritt in Deutschland seit 20 Jahren auf sich warten lässt.

Was den Deutschen entgeht bewundern Millionen von Zuschauern dafür jedes Jahr auf Flugschauen in Großbritannien, den USA, Australien, Belgien und vielen anderen Ländern der Welt. Als 2004 Pläne der Regierung durchsickerten, die Red Arrows aus Kostengründen abzuschaffen wurde Downing Street innerhalb weniger Tage mit zehntausenden von empörten Briefen, Mails und Petitionen aus aller Welt bombardiert, so dass Tony Blair nichts anderes übrig blieb als umgehend zu verkünden:

"There are no plans to change the funding for the Red Arrows, let alone to disband them. [...] The government recognises just what an important role the Red Arrows play in our national life. As the world's premier aerobatic team, they have thrilled millions of spectators over many years." 1

Die Red Arrows waren, sind und bleiben die mit Abstand beste Kunstflugstaffel der Welt und, neben der Queen, der wohl beste Repräsentant des Vereinigten Königreichs. Vielleicht besinnen sich auch die deutschen Behörden eines schönen Tages darauf, dass sie ihren Bürgern dieses einzigartige Erlebnis nicht länger vorenthalten sollten.

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Magna Carta Sold in New York

Bei der gestrigen Auktion bei Sotheby's erzielte die Magna Carta von 1297 den Rekordpreis von 10,6 Mio. £ und ist damit das teuerste Schriftstück das je versteigert wurde. Käufer ist der Anwalt David Rubenstein. Das historische Dokument soll nun permanent im Nationalarchiv der Vereinigten Staaten in Washington D.C. ausgestellt werden.

Montag, 17. Dezember 2007

Magna Carta for Sale!

Magna Carta von 1225Am morgigen Dienstag wird Sotheby's in New York das wohl bedeutendste Dokument versteigern, das jemals unter den Hammer kam - ein Exemplar der Magna Carta. Hierbei handelt es sich nicht um eines der vier erhaltenen Originale von 1215, die sich allesamt in England befinden, sondern ein Exemplar von 1297. Diese Version der Magna Carta ist die bis heute gültige Fassung des Dokuments und die erste, die sämtliche nach 1215 an dem Dokument vorgenommenen Änderungen enthält. Aus diesem Grund gilt sie als ähnlich wertvoll wie die Originale von 1215.

Die Magna Carta gilt heute als eines der bedeutendsten Dokumente in der Geschichte der modernen Demokratie, wenn nicht sogar das bedeutendste. Sie basierte auf der Charter of Liberties aus dem Jahr 1100 und schuf die Grundlagen der modernen Demokratie. Sie ist zudem die weltweit älteste Erklärung der Menschenrechte. Sämtliche späteren großen Reformen wie der Habeas Corpus Act und die Bill of Rights basieren auf ihr und selbst die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika beruft sich auf sie.

In einer BBC Umfrage entschied die Mehrheit der Zuschauer 2006, dass der Tag der Unterzeichnung der Magna Carta, der 15. Juni, zum britischen Nationalfeiertag werden sollte. Dies zeigt, welche große Bedeutung diesem historischen Dokument auch heute noch zugemessen wird.

Montag, 5. November 2007

Simon - A British Hero

Am vergangen Donnerstag gedachte England einem seiner größten Nationalhelden - Simon the Cat. Während des Jangtse Zwischenfalls 1949 war Simon die Bordkatze der Fregatte HMS Amethyst und rettete unter Einsatz seines Lebens die knappen Lebensmittelvorräte des Schiffes und hielt die Moral der Mannschaft aufrecht.

Die Fregatte war während des chinesischen Bürgerkrieges zwischen die Fronten geraten und im Jangste beschossen und schwer beschädigt worden, wobei 22 Matrosen starben. Das Schiff lief nach dem Ausfall der Motoren auf eine Sandbank im Fluss und konnte sich unter dem heftigen Feindbeschuss nicht aus eigener Kraft befreien. 101 Tage wurde die Amethyst von der chinesischen Volksbefreiungsarmee belagert, bevor sie in einer spektakulären Nacht und Nebel Aktion entkommen konnte. Da das Schiff in dieser Zeit von jeglicher Versorgung abgeschnitten war, waren die Lebensmittelvorräte an Bord knapp und es litt unter starkem Rattenbefall. Trotz schwerer Verletzungen, die die Bordkatze Simon durch Schrapnellsplitter erlitten hatte, verteidigte sie während der gesamten Zeit tapfer die Vorräte und hob die Moral der Mannschaft.

Als die HMS Amethyst am 1. November 1949 nach Devonport zurückkehrte wurde Simon von der britischen Bevölkerung als Held gefeiert. Ihm wurde sogar ein persönlicher Adjutant zur Seite gestellt, um seine Fanpost zu beantworten! Im August 1949 wurde Simon die Dickin Medal verliehen, die tierische Variante des Victoria Cross, der höchsten militärischen Auszeichnung des Britischen Empires.

Doch die Geschichte hatte kein Happy End: Am 28. November 1949 starb Simon an den Folgen einer Wundinfektion. Er wurde am 1. Dezember auf dem National Animal Cemetery in Ilford mit einem Staatsbegräbnis in Anwesenheit des Oberkommandierenden der Streitkräfte und mehrer tausend Trauernder beigesetzt. Seitdem gedenkt die Nation jährlich am 1. November, dem Tag von Simons triumphaler Rückkehr nach England, diesem großen Mitglied der Royal Navy. Auf seinem Grabstein heißt es:
HIS BEHAVIOUR WAS OF THE HIGHEST ORDER

Donnerstag, 18. Oktober 2007

She flies!

Sie war das Rückgrat des nuklearen Abschreckungsapparates des Vereinigten Königreichs und ein Meisterwerk britischer Ingenieurskunst - die Avro Vulcan. 1956 als Bestandteil der V Force in Dienst gestellt, sollte sie im Ernstfall britische Atom- und Wasserstoffbomben über der Sowjetunion abwerfen. In einer sekundären Rolle diente sie der Royal Air Force auch als konventioneller Mittelstreckenbomber und flog während des Falklandkrieges 1982 die bis heute legendäre Operation Black Buck.

© Crown CopyrightIhr Design war revolutionär und wegweisend: Als weltweit erstes Flugzeug mit Deltaflügeln wurde sie zu einer Ikone der Luftfahrt und bildete die Grundlage für die Entwicklung des Überschallflugzeuges Concorde. Weltweite Berühmtheit erlangte sie durch ihren Auftritt im James Bond Film Thunderball 1965.

Doch 1984 kam das Aus. Die Atom-U-Boote der Resolution Class hatten die Aufgabe der nuklearen Abschreckung übernommen und die Maschinen kamen langsam in die Jahre. Lediglich zwei der insgesamt 136 Vulcans wurden für Flugvorführungen weiterbetrieben. 1993 wurde schließlich auch die letzte dieser beiden Maschinen außer Dienst gestellt. Doch es formierte sich Widerstand gegen diese Entscheidung. Fans der Vulcan gründeten 1997 den Vulcan to the Sky Trust, mit dem Ziel eine der Maschinen flugfähig zu restaurieren. 2002 erwarben sie die Vulcan XH558 von der Royal Air Force, die eigentlich für die Verschrottung vorgesehen war. Chronisch unterfinanziert standen sie vor einer aussichtslosen Aufgabe, doch nach langem Ringen hatten sie schließlich Erfolg:

Heute um 12.25 Uhr hob zum ersten Mal seit 14 Jahren wieder eine Vulcan vom Luftwaffenstützpunkt Bruntingthorpe in Leicestershire ab. Die XH558 ist damit die weltweit einzige flugfähige Vulcan, weitere 17 stehen in Museen. Sie soll nun für mindestens 15 weitere Jahre die Erinnerung an eine glorreiche Zeit aufrecht erhalten, in der Namen wie Avro, Vickers und De Havilland den Himmel dominierten - eine längst vergangene Zeit ...

Daily Mail: Historic day for aviation as Vulcan bomber returns to the skies after 14 years

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Encyclopaedia Britannica - ein trügerischer Name

Titelseite der Britannica von 1771 Die gute alte Britannica ist unter den Enzyklopädien, was das OED unter den Wörterbüchern ist. 1771 erstmals erschienen, wurde sie zum Maßstab für Enzyklopädien in aller Welt. Ein Wahrzeichen britischer Qualitätsarbeit - so zumindest hört man es immer wieder. Doch die Sache hat einen kleinen Haken: Britisch ist die Britannica seit langem nicht mehr. Bereits 1901 wechselte sie den Besitzer und machte wenig später den Sprung über den großen Teich. Seit fast einem Jahrhundert erscheint die Britannica nun in Chicago, Illinois. Es überrascht immer wieder, wie viele Menschen sie aufgrund ihres Namens auch heute noch für "typisch britisch" halten. Die Kraft der Suggestion ist eben nicht zu unterschätzen. Aber es gibt einen kleinen Trost: Noch immer wird die Britannica neben dem Präsidenten der Vereinigten Staaten auch dem britischen Monarchen gewidment. So ist in der Einleitung der aktuellen Edition zu lesen:
Dedicated by permission to the current President of the United States of America, George W. Bush, and Her Majesty, Queen Elizabeth II.

Samstag, 8. September 2007

Last Night of the Proms

Zum 113. Mal endeten heute abend in London die Henry Wood Promenade Concerts mit der legendären Last Night of the Proms. Neben 6000 Prommern in der Royal Albert Hall feierten auch dieses Jahr wieder Hunderttausende bei den Proms in the Park, ganz zu schweigen von Millionen Menschen weltweit am Fernseher oder Radio. Die Proms sind heute die mit Abstand größte klassische Musikveranstaltung der Welt und weit über die Grenzen Britanniens hinaus bekannt. Sie wurden oft kopiert, doch nie erreicht. Die Proms bleiben ein einzigartiges Ereignis, das in der Welt seinesgleichen sucht. Rule Britannia!

Freitag, 24. August 2007

British Legends - Saunders Roe Nautical 4

Als Sir Christopher Cockerell Anfang der 50er Jahre mit einem Fön und einer Bleckdose experimentierte ahnte er noch nicht, welche Bedeutung dies haben würde. Basierend auf diesen Versuchen baute er 1953 sein erstes Hovercraft auf der Isle of Wight und läutete damit die Ära der Luftkissenfahrzeuge ein. 15 Jahre später, am 4. Februar 1968, erblickte schließlich ein Monstrum das Tageslicht, wie es die Welt noch nicht gesehen hatte - die Saunders Roe Nautical 4, das größte Hovercraft der Welt.

Bei einem Gewicht von 320 Tonnen konnte sie bis zu 420 Passagiere und 60 Autos mit 130 Km/h über eine Strecke von 450 Kilometern transportieren. Bereits am 1. August 1968 nahm die erste SR.N4 den regulären Betrieb zwischen Dover und Boulogne auf. Bis 1977 wurden insgesamt sechs SR.N4 gebaut werden:
  • The Princess Margaret (1968)
  • The Princess Anne (1969)
  • Swift (1969)
  • Sure (1969)
  • Sir Christopher (1972)
  • The Prince of Wales (1977)
Die SR.N4 hält bis heute etliche Rekorde. Sie war das größte zivile Hovercraft das je gebaut wurde, gegen sie sehen die amerikanischen LCAC winzig aus. Ihre Propeller waren mit einem Durchmesser von 6,4 Metern die größten der Welt. Am 14. September 1995 überquerte die The Princess Anne den Ärmelkanal in nur 22 Minuten von Dover nach Calais, ein Rekord der bis heute nicht gebrochen wurde. Nicht nur die kurze Fahrzeit machte sie konkurrenzlos. Von der Ankunft am Hoverport bis zu Abfahrt vergingen, inklusive komplettem Ent- und Beladen selten mehr als 15 Minuten - da kann auch heute noch keine Fähre mithalten.

Doch all dies wusste die Reederei Hoverspeed schließlich nicht mehr zu schätzen. Obwohl die Hovercrafts besser ausgelastet waren als jede Fähre und weiterhin hohe Gewinne einfuhren, entschied man sich für ihre Ausmusterung. Die offizielle Begründung lautete, sie seien nicht mehr zeitgemäß. Am 1. Oktober 2000 überquerte zum letzten Mal eine SR.N4 den Kanal von Calais nach Dover. Über hunderttausend Menschen versammelten sich an diesem Tag in Dover um das Ende einer Ära mitzuerleben.

Mittwoch, 22. August 2007

British Legends - Routemaster

Am 5. Dezember 2005 endete die Ära des AEC Routemaster, den meisten Deutschen einfach als Londoner Doppeldecker bekannt. Fast 50 Jahre dominierten die roten Busse das Stadtbild Londons.

Zwischen 1954 und 1968 wurden insgesamt 2876 Routemaster gebaut, von denen die meisten ab 1956 in London zum Einsatz kamen. Sie wurden jedoch auch im Überlandverkehr auf den gesamten Britischen Inseln sowie im Ausland eingesetzt. Ursprünglich für eine Betriebsdauer von nur 17 Jahren konzipiert, erwiesen sie sich als besonders robust , so dass viele von ihnen auch nach mehr als der doppelten Zeit noch eingesetzt wurden.

Markenzeichen des Londoner Routemaster war, neben der guten Aussicht vom Oberdeck, zweifellos der offene Heckeinstieg. Hielt ein Bus an einer Ampel oder steckte mal wieder im üblichen Stop-and-Go-Verkehr in Londons City konnte man einfach auf- oder abspringen. Haltestellen brauchte der Routemaster eigentlich nicht. Nicht zu vergessen der Service, denn jeder Bus hatte neben dem Fahrer auch noch einen Schaffner an Bord.

Doch nach fast 50 Jahren im Liniendienst kam auch für ihn das Aus. Besonders die nicht behindertengerechte Ausstattung und die steigenden Betriebskosten führten zu seinem Ende. Am 5. Dezember 2005 fuhren zum letzten Mal Routemaster im regulären Linienbetrieb. Ersetzt wurden sie durch moderne Busse, die seitdem durch zahlreiche Brände aufgrund von technischen Defekten Schlagzeilen machten - so etwas ist dem Routemaster nie passiert! Aufgrund der großen öffentlichen Empörung über die Ausmusterung, entschied sich Transport for London einige wenige Routemaster weiterhin auf zwei sogenannten Heritage Routes einzusetzen. Ein letztes Überbleibsel einer Ära, die Londons Stadtbild prägte und den Routemaster zum wohl bekanntesten Bus der Welt machte. Aber lassen wir den Routemaster zum Abschluss seine Geschichte selber erzählen:

Montag, 20. August 2007

British Legends - Concorde

Es war das Ende einer Ära, als am 24. Oktober 2003 zum letzten Mal eine Concorde auf Flughafen London Heathrow landete. 27 Jahre lang war sie ein nationals Wahrzeichen gewesen, wie die Queen und Big Ben, doch ihre Zeit war vorüber.

Ihr Name war Programm: Nach Jahrhunderten der Kriege und Streitigkeiten schlossen sich Großbritannien und Frankreich zusammen um ein Flugzeug zu entwickeln, das zum Mythos wurde. Am 2. März 1969 hob der Prototyp zu seinem allerersten Flug ab. Am 21. Januar 1976 nahmen British Airways und Air France als erste Airlines den Liniendienst mit der Concorde auf - und sie sollten die Einzigen bleiben. Noch vor der Indienststellung hatte die Ölkrise 1973 zu einer wesentlichen Verteuerung des Flugbezins geführt. Gleichzeitig waren die Ticketpreise für normale Flüge durch spritsparende Großraumflugzeuge wie die Boeing 707 deutlich gesunken, so dass die Concorde plötzlich überteuert erschien. Der exklusive Luftverkehr der 50er und 60er Jahre, für den das Flugzeug entwickelt worden war, existierte nicht mehr. 1979 wurde die Produktion nach nur 20 Flugzeugen eingestellt.

Doch vielleicht auch deswegen wurde sie zu einer Legende der Luftfahrt. Sie war kein klassisches Massentransportmittel wie die Boeing 747 sondern selten und exklusiv. Tauchte sie auf einem Flughafen auf, kamen die Menschen in Scharen um sie zu bestaunen, selbst die, die sich eigentlich gar nicht für Flugzeuge interessierten. Ihre Eleganz und Geschwindigkeit sind in der Zivilluftfahrt bis heute unübertroffen. Anstatt der üblichen 7 Stunden benötigte sie nur etwas mehr als 3 Stunden von London nach New York City. Dies bedeutete, dass man, gemessen an der Ortszeit, eher in New York ankam, als man in London gestartet war. Sie flog in so größer Höhe, dass man im Flug den Rand der Atmosphäre und die Erdkrümmung sehen konnte. Wer das nötige Kleingeld besaß, ließ es sich nicht entgehen zumindest ein Mal mit ihr zu Fliegen.

Doch dann kam der 25. Juli 2000. Wenige Minuten nach dem Start stürzte eine Concorde der Air France in Gonesse auf ein Hotel, alle Insassen kamen ums Leben. Es war der erste und einzige Absturz einer Concorde. Auch wenn nachweislich Schlamperei bei der Wartung die ausschlaggebende Ursache für den Crash war, wurden sämtliche Flugzeuge umgehend stillgelegt. Erst zwei Jahre später wurden sie nach umfangreichen Umbauten wieder in Dienst gestellt, doch ihr Ende war bereits besiegelt. Air France konnte sich den Betrieb der Concorde nicht mehr leisten und beschloss ihre Ausmusterung. British Airways, deren Maschinen weiterhin profitabel waren, wollte sie weiterbetreiben, doch die Einstellung der Ersatzteilproduktion durch Airbus auf Druck des französischen Staates machte dies unmöglich.

Nachdem Air France ihre Concordes bereits 4 Monate zuvor ausgemustert hatte, landete am 24. Oktober 2003 zum letzten Mal eine British Airways Concorde aus New York in London Heathrow. Hunderttausende waren gekommen, um sich von der Königin der Lüfte zu verabschieden. Für wenige Minuten stand der Betrieb auf dem größten internationalen Flughafen der Welt still. Es war das Ende einer Ära, deren Mythos noch lange fortleben wird!

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