Es war eine der letzten Amtshandlungen Tony Blairs, der Beschluss für die Anschaffung neuer Regierungsflugzeuge. Jahrelang hatte er darauf gedrängt, dass auch das Vereinigte Königreich wieder eigene Langstreckenmaschinen für die Regierung und die königliche Familie erhält. Doch nun hat sein Nachfolger Gordon Brown der "Blair Force One" eine klare Absage erteilt und sogar eine Reduzierung der bestehenden Flotte für Kurz- und Mittelstreckenflüge beschlossen.
Bis in die späten 80er Jahre flogen Königin und Regierung auch auf Langstreckenflügen mit den Maschinen der Royal Air Force. Doch Budgetkürzungen im Verteidigungshaushalt führten dazu, dass für Langstreckenflüge heute meistens Flugzeuge von British Airways gechartert werden. Dem sogenannten "Royal Squadron", das für den Transport von Regierung und königlicher Familie zuständig ist, stehen heute nur noch 8 Flugzeuge und 4 Hubschrauber für Kurz- und Mittelstreckenflüge zur Verfügung.
Zwar reist man heute auf Langstrecken standesgemäß in einer
Boeing 777, doch macht es nicht nur für das internationale Ansehen schon einen Unterschied, ob auf der Maschine "British Airways" oder "United Kingdom" steht. Die eingesetzten British Airways Boeing 777 erfüllen zudem nicht die Sicherheitsstandards militärischer Transportflugzeuge und verfügen beispielsweise nicht über Kommunikations- und Kommandoeinrichtungen für die Regierung.
Erst kürzlich bestellte die Royal Air Force
14 neue Tank- und Transportflugzeuge vom Typ Airbus A330. Wäre es denn wirklich so schwierig gewesen, ein oder zwei Maschinen mehr zu ordern? Sämtliche Untersuchungen der Finanzausschüsse der Parlaments kamen in den vergangenen Jahre zu dem Ergebnis, dass der Einsatz eines
A330 oder einer
Lockheed TriStar der Royal Air Force für den sogenannten
VIP-Transport kostengünstiger sei als das ständige Chartern von British Airways Maschinen.
Doch Gordon Browns Kürzungen umfassen nicht nur die Langstreckenflüge: 2009 soll das "Royal Squadron" aufgelöst werden. Der königlichen Familie soll dann nur noch ein Kurzstreckenflugzeug und ein Hubschrauber zur Verfügung stehen, die Regierung soll ausschließlich in gecharterten Maschinen oder mit Linienflügen (!) reisen. Was für eine Vorstellung ...
Leider ist auch dieser Fall mal wieder ein Paradebeispiel für Gordon Browns fragwürdige "Sparpolitik". Was kommt als nächstes? Soll die Queen sich zukünftig eine Monatskarte für den Bus kaufen, um zu ihren Auftritten kommen? Es bleibt zu hoffen, dass der nächste Premierminister etwas weitsichtiger sein wird als der jetzige.