Aviation

Donnerstag, 8. Mai 2008

Project Lauren

Gestern erreichte mich per e-mail die Frage, warum das folgende Video der neuen British Airways Tochtergesellschaft OpenSkies den Titel "OpenSkies Lauren" trägt:



Die Antwort ist simpel: British Airways plante die Eröffnung dieser neuen Airline bereits seit einigen Jahren und zwar unter dem Codenamen "Project Lauren". Erst später entschied man sich für den Namen OpenSkies. In Anlehnung an den Projektnamen wird das erste Flugzeug der neuen Flugesellschaft, eine Boeing 757-200WL, das in dem Video zu sehen ist, den Namen "Lauren" tragen.

Samstag, 12. April 2008

"Blair Force One" cancelled

Es war eine der letzten Amtshandlungen Tony Blairs, der Beschluss für die Anschaffung neuer Regierungsflugzeuge. Jahrelang hatte er darauf gedrängt, dass auch das Vereinigte Königreich wieder eigene Langstreckenmaschinen für die Regierung und die königliche Familie erhält. Doch nun hat sein Nachfolger Gordon Brown der "Blair Force One" eine klare Absage erteilt und sogar eine Reduzierung der bestehenden Flotte für Kurz- und Mittelstreckenflüge beschlossen.

Bis in die späten 80er Jahre flogen Königin und Regierung auch auf Langstreckenflügen mit den Maschinen der Royal Air Force. Doch Budgetkürzungen im Verteidigungshaushalt führten dazu, dass für Langstreckenflüge heute meistens Flugzeuge von British Airways gechartert werden. Dem sogenannten "Royal Squadron", das für den Transport von Regierung und königlicher Familie zuständig ist, stehen heute nur noch 8 Flugzeuge und 4 Hubschrauber für Kurz- und Mittelstreckenflüge zur Verfügung.

Zwar reist man heute auf Langstrecken standesgemäß in einer Boeing 777, doch macht es nicht nur für das internationale Ansehen schon einen Unterschied, ob auf der Maschine "British Airways" oder "United Kingdom" steht. Die eingesetzten British Airways Boeing 777 erfüllen zudem nicht die Sicherheitsstandards militärischer Transportflugzeuge und verfügen beispielsweise nicht über Kommunikations- und Kommandoeinrichtungen für die Regierung.

Erst kürzlich bestellte die Royal Air Force 14 neue Tank- und Transportflugzeuge vom Typ Airbus A330. Wäre es denn wirklich so schwierig gewesen, ein oder zwei Maschinen mehr zu ordern? Sämtliche Untersuchungen der Finanzausschüsse der Parlaments kamen in den vergangenen Jahre zu dem Ergebnis, dass der Einsatz eines A330 oder einer Lockheed TriStar der Royal Air Force für den sogenannten VIP-Transport kostengünstiger sei als das ständige Chartern von British Airways Maschinen.

Doch Gordon Browns Kürzungen umfassen nicht nur die Langstreckenflüge: 2009 soll das "Royal Squadron" aufgelöst werden. Der königlichen Familie soll dann nur noch ein Kurzstreckenflugzeug und ein Hubschrauber zur Verfügung stehen, die Regierung soll ausschließlich in gecharterten Maschinen oder mit Linienflügen (!) reisen. Was für eine Vorstellung ...

Leider ist auch dieser Fall mal wieder ein Paradebeispiel für Gordon Browns fragwürdige "Sparpolitik". Was kommt als nächstes? Soll die Queen sich zukünftig eine Monatskarte für den Bus kaufen, um zu ihren Auftritten kommen? Es bleibt zu hoffen, dass der nächste Premierminister etwas weitsichtiger sein wird als der jetzige.

Dienstag, 1. April 2008

RAF celebrating 90 Years

Sie hat sich gut gehalten, die gute alte Royal Air Force. Seit 90 Jahren wacht sie nun über den Himmel über dem Vereinigten Königreich und weiten Teilen der restlichen Welt. Als sie am 1. April 1918 als erste eigenständige Luftstreitkraft der Welt gegründet wurde waren die Flugzeuge aus Holz, flogen maximal 200 Km/h und die Bomben wurden noch von Hand aus dem offenen Cockpit geworfen. Seitdem hat sich viel getan. Das Empire ist Geschichte und die ruhmreiche Zeit der RAF, als The Few das scheinbar Unmögliche schafften, beginnt im Gedächtnis der Menschen zu verblassen.

Technologisch hochgerüstet haben die heutigen Flugzeuge nicht mehr viel mit dem zu tun, womit die RAF 1918 einst begann. Mit 2.500 Km/h jagen die Jets heute durch den Himmel, Aufklärungsflugzeuge identifizieren Personen am Boden aus 10.000 Metern Höhe und Raketen treffen punktgenau ihre Ziele aus mehr als 500 Kilometern Entfernung. Doch eine Sache hat sich über all die Jahre nicht verändert: Die RAF steht noch immer an vorderster Front, egal ob über Afghanistan, Sierra Leone, dem Irak oder dem Balkan. Weltweit operieren die Flugzeuge und Hubschrauber der RAF rund um die Uhr von den Kriegsschiffen der Royal Navy. Für die Katastrophenhilfe transportieren sie jedes Jahr mehr Hilfsgüter als alle anderen Luftwaffen der Welt. Schließen wir mit dem wohl berühmtesten Satz, der jemals über die RAF gesagt wurde:

"Never in the field of human conflict was so much owed by so many to so few."
Winston S. Churchill, 20/08/1940

Montag, 31. März 2008

Plane Crash in South London

Gestern Nachmittag stürzte ein Learjet vom Typ Cessna Citation unmittelbar nach dem Start vom Flughafen Biggin Hill in ein Wohngebiet in Südlondon. Alle fünf Insassen der Maschine wurden dabei getötet, wie durch ein Wunder gab es am Boden nur Leichtverletzte. Es ist das schwerste Unglück mit einem Passagierflugzeug in England seit dem Absturz von British Midland Flug 92 im Januar 1989.

Das Unglück löst erneut Debatten über die Flugrouten über London aus. Täglich starten und landen rund 4.000 Flugzeuge auf den Flughäfen der Hauptstadt, weitere 2.000 überfliegen das Stadtgebiet. Aufgrund dieses ernormen Verkehrsaufkommens im dichtesten Luftraum der Welt führen die Flugrouten teilweise in geringer Höhe über dicht besiedelte Gebiete, da alternative, sicherere Strecken durch den "Stau am Himmel" blockiert sind. Experten warnen seit Jahren vor einer Katastrophe wie 1992 in Amsterdam. Man kann die Kapazitäten der Flughäfen weiter ausbauen, doch irgendwann wird der Luftraum endgültig voll sein. Es wird Zeit darüber nachzudenken, wieviel Flugverkehr London noch verkraften kann.

Freitag, 28. März 2008

"Not British Airways' finest hour"

Die gestrige Inbetriebnahme des neuen Terminal 5 in Heathrow hatte sich British Airways wohl deutlich anders vorgestellt: Es sollte der Start in eine neue Ära auf Europas größtem Flughafen werden, doch es endete im Chaos. Passagiere, die nur mit Handgepäck abfliegen konnten, andere die bis zu vier Stunden auf ihr Gepäck warten mussten, 40 Flüge gestrichen, hunderte Autofahrer, die sich auf dem Weg ins Parkhaus verirrten. BA hofft, die Probleme im Laufe des Wochenendes in den Griff zu bekommen und den Passagieren ab Montag den hochmodernen Terminal zu präsentieren, der ihnen versprochen wurde. British Airways Chef Willie Walsh fasste die missglückte Eröffnung heute in deutlichen Worten zusammen: "Yesterday was definitely not British Airways' finest hour".

Bislang scheint 2008 nicht unbedingt das Jahr von Europas einstiger Vorzeigeairline zu werden. Nach dem Absturz einer Boeing 777 im Januar und dem jetzigen Chaos in Terminal 5 bleibt zu hoffen, dass wenigstens der Start der neuen Tochterfluggesellschaft OpenSkies im Sommer reibungslos über die Bühne geht.

Sonntag, 16. März 2008

A380 set for London

In diesen Tagen geschieht viel auf Europas größtem Flughafen. Erst Donnerstag eröffnete die Queen Heathrows neuen Terminal 5, am kommenden Dienstag beginnt der reguläre Flugbetrieb mit dem Airbus A380. Um 15.05 Uhr wird die Maschine der Singapore Airlines aus Singapur kommend in Heathrow landen.

Es ist die zweite A380 Route weltweit nach der Strecke Singapur - Sydney und dementsprechend die erste nach Europa. Zukünftig wird Singapore Airlines den A380 täglich auf dieser Strecke einsetzen. Ohnehin wird das größte Passagierflugzeug der Welt zukünftig zu einem gewohnten Bild in Heathrow werden. Neben Singapore Airlines werden u.a. British Airways, Virgin Atlantic, Qantas, Emirates und Malaysia Airlines den A380 in den kommenden Jahren von Heathrow aus einsetzen. Oder um es mit den Worten eines londoner Planespotters zu sagen: "In a few month the A380 will catch as much attention as an A320."

Freitag, 14. März 2008

London's new Gateway to the World

Heute Mittag eröffnete Königin Elizabeth II. in London-Heathrow den modernsten Flughafenterminal der Welt, T5. Wenn in zwei Wochen der reguläre Flugbetrieb in dieser größten freitragenden Hallenkonstruktion der Welt beginnt, bedeutet es den Beginn einer neuen Ära für Europas größten Flughafen.

Sind die vier alten Terminals eigentlich für 45 Millionen Passagiere jährlich ausgelegt, so fertigen sie derzeit 68 Millionen pro Jahr ab. Die Folge sind Verspätungen, verlorene Koffer und völlig überfüllte Abfertigungsgebäude. Mit Terminal 5 erhöht sich Heathrows Kapazität nun um 35 auf insgesamt 80 Millionen Passagiere pro Jahr. Damit wird der neue Terminal wesentliche Verbesserungen für die Passagiere bringen. Profitieren werden nicht nur die Kunden von British Airways, dem alleinigen Nutzer von Terminal 5, sondern alle Passagiere, da nun auch in den alten Terminals wieder mehr Platz zur Verfügung steht.

Gleichzeitig schaft T5 durch diese Entlastung der alten Terminals auch die Vorraussetzungen, um endlich mit dem Abriss der Terminals 1 und 2 beginnen zu können. Diese sollen bis 2012 durch den neuen Heathrow East Terminal ersetzt werden. Wenn dann in den nächsten Jahren noch die dritte Start- und Landebahn und Terminal 6 fertiggestellt werden, dürfte Heathrows zukunft als größter internationaler Flughafen der Welt auf absehbare Zeit gesichert sein. Terminal 5 ist auf jeden Fall ein erster großer Schritt in die richtige Richtung.

Samstag, 8. März 2008

Planespotter

In den vergangenen Tagen war hierzulande angesichts des Videos der missglückten Landung eine Airbus A320 in Hamburg-Fuhlsbüttel viel über Planespotter zu hören und zu lesen. Laut Bild-Zeitung (das wird hoffentlich das erste und einzige Mal sein, dass ich hier auf dieses Organ der Volksverdummung verweise) sind Planespotter Freaks die nur darauf warten, ein abstürzendes Flugzeug vor die Linse zu bekommen. Genau liebe Bildjournalisten, und ihr seit Deutschlands intellektuelle Elite!

Im Vereinigten Königreich hat die Royal Air Force unterdessen erkannt, dass Planespotter nicht nur vollkommen harmlos, sondern sogar sehr nützlich sein können. Dessen sollte sich auch die Bundespolizei mal bewusst werden, die hierzulande scheinbar noch immer jeden Planespotter für einen potenziellen Terroristen hält.

Montag, 4. Februar 2008

A New Airport For London

Mit dem Slogan "A New Airport For London" plant der weltgrößte Flughafenbetreiber British Airports Authority (BAA) eine umfangreiche Modernisierung des größten internationalen Flughafens der Welt London-Heathrow. Wie bereits im November berichtet gehört dazu unter anderem der Bau von zwei neuen Terminals und einer neuen Start- und Landebahn. In einem neuen Flyer fasst BAA nun kurz, knapp und präzise die wesentlichen Maßnahmen zusammen. Dabei äußert das Unternehmen durchaus auch deutliche Selbstkritik:

"For too many passengers, travelling through Heathrow is no longer the experience it once was.We recognise that many of our facilities are tired and outdated and not up to the standards that our passengers expect." Gleichzeitig sucht BAA noch Freiwillige, die das größte und modernste Flughafengebäude der Welt, den neuen British Airways Terminal 5, in Heathrow testen, bevor er im März in Betrieb geht. Anmeldungen bei BAA sind noch bis zum 22. Februar möglich.

Donnerstag, 17. Januar 2008

Flugzeugunglück in Heathrow

Um 12.42 Uhr GMT verunglückte heute eine Boeing 777 der British Airways aus Peking beim Landeanflug auf den Flughafen London Heathrow. Vermutlich aufgrund eines plötzlichen Ausfalls beider Triebwerke stürzte die Maschine einige hundert Meter vor der Landebahn ab, wobei das Fahrwerk abriss. Das Flugzeug rutschte noch etwa 400 Meter weiter bevor es am Anfang der Landebahn zum Stehen kam. Wie durch ein Wunder konnten alle Passagiere das Flugzeug verlassen, es gab lediglich einige Leichtverletzte. An der sechs Jahre alten Boeing 777 entstand Totalschaden. Es ist der erste Flugzeugverlust von British Airways seit 32 Jahren und der allererste Absturz einer Boeing 777 überhaupt.

© BBC

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